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Baden

Geschichte:
Das Großherzogtum Baden wurde von Napoleon I. aus vielen verschiedenen, vorher unter anderen Herren stehenden Gebieten gebildet. Von einer Geschichte des Staates Baden kann daher bis 1803 nicht die Rede sein, sondern nur von einer Geschichte der Dynastie und ihrer Besitzungen, die sich nur wenig mit dem Großherzogtum decken. Neben den Herzögen der Alemannen und Schwaben erlangte das von der alten Herzogsfamilie abstammende Geschlecht der Zähringer (nach der im 11. Jahrhundert erbauten Burg Zähringen im Breisgau) Bedeutung. Berthold I. erhielt 1061 von Kaiser Heinrichs III. Witwe das Herzogtum Kärnten. Bertholds I. jüngerer Sohn, Hermann I., der die Herrschaft Hochberg im Breisgau und die Burg Baden besaß, führte als Besitzer der Mark Verona den Titel Markgraf und da auch noch im 12. Jahrhundert Zweige dieses Hauses Markgrafen von Verona waren, so ging der Titel "Markgrafschaft" auch auf ihre Erblande über. Hermann II. nahm in Baden seinen Sitz und nannte sich seit 1112 nach dieser Burg. So entstand die Markgrafschaft Baden, von deren Herrscherhaus sich wiederholt Seitenlinien (Hochberg, Röteln u.a.) abzweigten. Als Staatsgründer kann erst Bernhard I. (gest. 1431) gelten, der mit seinem Bruder vereinbarte, dass das Land nie in mehr als zwei Linien geteilt werde und in jeder das Erstgeburtsrecht gelten solle. Seine Nachfolger Jakob I. (1431-53) und Karl I. (1453-75) konnten sich zwar nur schwer gegenüber ihren Nachbarn behaupten, doch wurde unter Christoph I. (gest. 1527) noch einmal die ganze Markgrafschaft vereinigt. Mit seinem Tode zerfiel bis 1771 das Land wieder in die obere Markgrafschaft oder Baden-Baden und in die untere Markgrafschaft oder Baden-Durlach (anfangs mit der Hauptstadt Pforzheim, später Durlach). Stammväter der beiden Linien sind Bernhard III. und Ernst. Die von beiden Linien beherrschten Gebiete blieben fortan in der Hauptsache unverändert, bildeten aber unbedeutende Kleinstaaten. Baden-Baden war katholisch, Baden-Durlach seit 1555 endgültig evangelisch. Infolge der Besetzung des linken Rheinufers durch Frankreich gewann Baden im Jahr 1803 das Bistum Konstanz, Teile der Bistümer Basel, Straßburg und Speyer, der pfälzischen Ämter Bretten, Heidelberg, Ladenburg und Mannheim, das Stift Odenheim, die Abtei Frauenalb, Schwarzbach, Allerheiligen, Lichtental, Gengenbach, Ettenheim, Petershausen und Salmansweiler, die Herrschaft Lahr und die Reichsstädte Offenburg, Gengenbach, Zell, Überlingen, Pfullendorf, insgesamt 3500 km² mit 240 000 Einwohnern. Dem neuen Kurfürstentum wurden 1805 auch noch der Breisgau mit Freiburg, die Baar mit Villingen, die Ortenau, das Stift St. Blasien, die Grafschaft Bonndorf und die Stadt Konstanz, zusammen 2530 km² mit 160 000 Einwohnern einverleibt. Mit dem Beitritt zum Rheinbund am 12.Juli 1806 erhielt der Kurfürst volle Souveränität über alle in seinem Gebiet gelegenen, bisher reichsunmittelbaren Stände und Ritter und den Titel Großherzog.
Großherzogtum Baden.
Das neue Großherzogtum wurde in zehn Kreise eingeteilt, war politisch ein Vasallenstaat Napoleons und wurde nach französischem Muster organisiert. Dem Großherzog Karl Friedrich folgte 1811 sein Enkel Karl Ludwig Friedrich (1811-18), der mit Napoleons Adoptivtochter Stephanie Beauharnais (1789-1860) vermählt war. Er schloss sich nach der Schlacht bei Leipzig den Verbündeten an, bekam die Erhaltung der Souveränität und seines Gebiets zugesichert, trat 1815 in den Deutschen Bund ein, sicherte 1817 gesetzlich die Unteilbarkeit des Landes, ordnete die Erfolge und gab seinem Land am 22. August 1818 eine Verfassung. Sein Vaters Bruder, Großherzog Ludwig I. Wilhelm August (1818-30) vereinigte 1821 nach preußischem Vorbild das reformierte und das lutherische Glaubensbekenntnis zu einer evangelischen Landeskirche und gründete 1827 das Erzbistum Freiburg unter vollständiger Wahrung der Staatshoheit. Sein Stiefbruder Leopold (1830-52), aus der morganatischen (nicht standesgemäßen) Ehe des Großherzogs Karl Friedrich mit der Gräfin von Hochberg, der "Volksfreund", entsprach den Wünschen nach Pressefreiheit, Nationalkirche, Handelsunion, Schwurgericht etc., führte zeitgemäße Reformen ein und erreichte 1835 den Anschluss Badens an den Deutschen Zollverein. Im Jahr 1838 wurde der Bau der ersten Staatsbahn Mannheim - Basel begonnen. Unter dem reaktionären Ministerium des Freiherrn von Blittersdorf (1835-43) kam es zwischen Regierung und Landtag zu starken Spannungen.
Republik Baden.
Als am 9. Februar 1848 die plötzliche Auflösung des Landtages erfolgte, brach die Februarrevolution aus. Die republikanischen Erhebungen Heckers im April und Struves im September 1848 wurden durch die Kämpfe bei Kandern, Freiburg und Staufen von württembergischen und hessischen Truppen unterdrückt, aber dennoch meuterte 1849 nach der Ablehnung der Kaiserkrone durch Friedrich Wilhelm von Preußen am 13. und 14. Mai, die badische Garnisonen in Karlsruhe und Rastatt. Der Großherzog floh in die bayerische Festung Germersheim. An die Spitze der nunmehr gebildeten Republik trat ein provisorisches Exekutivkomitee unter dem französisch sprechenden Polen Ludwig Mieroslawski (1814-1878). Erst durch das Eingreifen preußischer Truppen unter den Prinzen Wilhelm und Friedrich Karl wurde nach den Siegen von Waghäusel und Muggensturm die alte Ordnung wieder hergestellt. Der Großherzog kehrte am 18. August 1849 nach Karlsruhe zurück. Von den Anführern der Revolution kamen viele ins Zuchthaus, andere wurden standrechtlich erschossen.


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